Termin: 12:00 Uhr

Heute ist Equal Pay Day!

Ort: Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor

Eingeführt im Jahr 2008 auf Initiative der <link http: www.bpw-germany.de external-link-new-window external link in new>Business and Professional Women Germany e.V. (BPW) soll der  <link http: www.equalpayday.de startseite external-link-new-window external link in new>Equal Pay Day – der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit – seitdem auch hierzulande auf den nach wie vor bestehenden deutlichen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen. Das Ziel dieses Tages ist es, eine öffentliche Debatte über die Gründe dieses Unterschieds in Deutschland zu führen, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und Entscheider*innen dafür zu mobilisieren, diese Lohnschere endlich zu schließen.

Immerhin – einen klitzekleinen Fortschritt gab es in den letzten Jahren: Seit 2012 ist der Gehaltunterschied zwischen Männern und Frauen <link http: www.gruene-neukoelln.de aktuellemeldungen einzelansicht browse article external-link-new-window external link in new>um ein ganzes Prozent gesunken. Dass das allerdings kein akzeptables Tempo bei der Beseitigung dieser Ungerechtigkeit ist, steht außer Frage. Wir sind gespannt, ob das geplante Entgeldgleichheitsgesetz der Bundesregierung hier tatsächlich Abhilfe schaffen wird. Die <link http: www.kofbinger.de external-link-new-window external link in new>frauenpolitische Sprecherin unserer Abgeordnetenhausfraktion Anja Kofbinger und die <link http: gruene-berlin.de partei landesarbeitsgemeinschaften lag-frauen-und-geschlechterpolitik external-link-new-window external link in new>Co-Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft für Frauen- und Geschlechterpolitik Julia Maria Sonnenburg haben sich anlässlich des achten Equal Pay Days für uns mal die Politik des Berliner Senats in dieser Frage genauer angesehen:

Gleiche Arbeit, gleiches Geld!

Der Equal Pay Day (EPD) ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit. Er markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied – den sogenannten Gender Pay Gap –, der in Deutschland laut Statistischem Bundesamt aktuell 22 Prozent beträgt. Um auf dasselbe Gehalt wie ein Mann in demselben Beruf bei derselben Qualifikation zu kommen, muss eine Frau 79 Tage mehr in diesem Jahr arbeiten, also bis zum 20. März. In anderen Ländern fällt der EPD in diesem Jahr entsprechend des landesspezifischen Paygap auf andere Termine. Trotz aller Appelle und Selbstverpflichtungen bildet die Bundesrepublik damit eines der Schlusslichter in der Europäischen Union. Frauen arbeiten seltener in gutbezahlten Branchen und höheren Positionen. Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger aufgrund von Fürsorgearbeit und fordern bei Gehaltsverhandlungen weniger.

Auch in Berlin keine Entgeltgleichheit

In Berlin lässt sich die zuständige Senatorin für Arbeit und Frauen gerne dafür loben, dass geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede nicht so stark ausfallen wie andernorts. Doch auch in Berlin arbeiten viele erwerbstätige Frauen in schlecht entlohnten Branchen, oft teilzeitbeschäftigt. Konkrete Strategien, um dies nachhaltig zu ändern, gibt es jedoch nicht. In der <link http: pardok.parlament-berlin.de starweb adis citat vt schranfr s17-13769.pdf external-link-new-window external link in new>Antwort auf eine schriftliche Anfrage von Anja Kofbinger, MdA, welche Maßnahmen der Senat zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Einkommen und Verdienst in Senatsverwaltungen, landeseigenen Betrieben und Beteiligungsunternehmen ergriffen hat, wurde die Verantwortung weggeschoben: man verwies auf das Landesgleichstellungsgesetz und schob den Unternehmen den schwarzen Peter zu.

Für verbindliche gesetzliche Regelungen

Doch für das Gesetz hat die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen noch immer nicht die längst überfälligen Ausführungsvorschriften erarbeitet, außerdem regelt es nicht den Umgang mit Sonderzahlungen. Boni und Zuschläge machen jedoch einen entscheidenden Unterschied beim Einkommen aus, sie fallen bei Frauen im Durchschnitt um 40,7 % geringer aus als bei Männern. Auch hier ist die Senatorin noch immer nicht tätig geworden. Warum bleibt sie so passiv und setzt sich gegenüber ihren Senatskolleg*innen nicht durch?

Wir fordern seit langem einen Gehalts-Check, der alle Zahlungen berücksichtigt und auch Zuwendungen außerhalb des gesetzlichen Rahmens einbezieht. Langfristig jedoch brauchen wir geschlechtergerechtere Arbeitsbewertungssysteme und eine Arbeitszeitpolitik, die es Frauen und Männern ermöglicht, Fürsorge- und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren und gerecht aufzuteilen. Lippenbekenntnisse reichen uns nicht mehr. Wir fordern den Berliner Senat und die Bundesregierung dazu auf, endlich zu handeln und dieses Thema mit der gebotenen Entschlossenheit anzugehen. Wir brauchen verbindliche gesetzliche Regelungen für echte Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt.

Anja Kofbinger, MdA, Julia Maria Sonnenburg

Dieser Artikel erschien zuerst in der Ausgabe 182 unseres Neuköllner Stachel, <link http: www.gruene-neukoelln.de internal-link external link in new>die gesamte Ausgabe kann hier heruntergeladen werden.

Die Presseerklärung unserer Landesvorsitzenden Bettina Jarasch zum Equal Pay Day 2015 <link http: gruene-berlin.de pressemitteilung external-link-new-window external link in new>finden Sie hier.

 

Aufruf zur Demonstration:

Gemeinsam mit dem Equal-Pay-Day-Bündnis aus Deutschem Gewerkschaftsbund, Sozialverband Deutschland und dem Deutschen Frauenrat gehen wir am 20. März 2015 wieder auf die Straße. Die Kundgebung „Recht auf Mehr!“ beginnt um 12 Uhr auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Den <link http: gruenlink.de whu external-link-new-window external link in new>Demoaufruf gibt es hier, weitere <link http: www.equalpayday.de external-link-new-window external link in new>Infos zum Equal Pay Day hier.