Bericht: Neukölln protestiert gegen Neonazis
Vor dem Gemeinschaftshaus Gropiusstadt bekundeten mehr als 200 Gegendemonstrant_innen ihren Protest gegen eine Veranstaltung der NPD am gestrigen 8. Mai 2007. Unter den Demonstrant_innen waren auch die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Oesterheld, sowie die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Clara Herrmann und Benedikt Lux.
Unter dem Motto „Gestern eine Niederlage. Heute eine Chance. Morgen ein Sieg“ durfte der in rechtsextremen Kreisen beheimatete Historiker Dr. Olaf Rose seinen Vortrag zum Thema „Über Galgen wächst kein Gras! US-Folterjustiz von Malmedy bis Abu Ghraib“ halten. Rose ist „parlamentarischer Berater“ der NPD-Landtagsfraktion in Sachsen, Vorstandsmitglied der rechtsextremen "Gesellschaft für freie Publizistik" und Verfasser diverser geschichtsrevisionistischer Bücher. Wegen der Veranstaltung musste u.a. die Bibliothek im Gemeinschaftshaus zwei Stunden früher schließen, auch andere Freizeitaktivitäten im Gemeinschaftshaus konnten nicht stattfinden. Stattdessen lauschten die versammelten ca. 80 meist älteren Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin einem offensichtlich kruden Vortrag, in dem - wie <link http: www.hagalil.com de _blank external-link-new-window zu hagalil.com in neuem>hagalil.com berichtet - u.a. davon die Rede war, dass US-Soldatinnen irakischen Kriegsgefangenen mit ihren „riesigen Brüsten die Luft abschnüren“ würden.
In Reden und Sprechchören machten die Gegendemonstrant_innen deutlich, dass die NPD mit ihrer Mischung aus wirren Thesen und offener Fremdenfeindlichkeit in Neukölln auf eindeutige Ablehnung stößt.
Jochen Biedermann/Katrin Falk
