Bundesdelegiertenkonferenz 2009 (3) - Samstagnachmittag bis in die Nacht
Bei der Kandidat_innenaufstellung zeigt sich die personelle Stärke der Grünen. Rebecca Harms und Reinhard Bütikhofer wurden mit jeweils über 80 Prozent der Stimmen als Spitzenteam gewählt. Hier zeigt sich die Kompetenz der Grünen im Bereich Energie, Klima- und Umweltschutz. Heide Rühle setzte sich mit einer kämpferischen Rede zur Regulierung der Finanzmärkte und des Binnenmarkts im Sinne von Klimaschutz und Verbraucherschutz gegen Babara Lochbihler und Angelika Beer auf Platz 3 durch. Auf Platz 4 wählten die Delegierten den Attac-Gründer Sven Giegold nach einigen kritischen Fragen zu seiner Haltung zur europäischen Verfassung mit überzeugenden 73 Prozent.
Auf Platz 5 siegte die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Babara Lochbihler, mit ihren Themen Menschenrechte und gegen die Außen- und Sicherheitspolitikerin Angelika Beer. Platz 6 ging trotz insgesamt dreier Gegenkandidaten nach einer überzeugenden Rede zur europäischen Verkehrspolitik an Michael Cramer. Auf Platz 7 häuften sich die Kandidaturen: Franziska Brandter, Ska Keller, Elizabeth Schröter, Anne Brooks, Susanne Kieckbusch und erneut Angelika Beer. Ska und Franziska gingen in die Stichwahl, nachdem Elisabeth (die auch über 10 % gekommen war) nicht erneut antrat. Aus der Stichwahl ging Ska (als Kandidaten der Grünen Jugend und mit dem Vortum von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) mit über 60 % als Siegerin hervor. Damit landete nach Reinhard Bütikhofer und Michael Cramer schon die dritte Kanditat_in der Berliner und Brandenburger auf der Liste.
Die Wahl zu Platz 8 wird zu einem gigantischen Rededuell. Werner Schulz - schon immer ein guter Redner - reißt die Delegierten mit und kommt im 2. Wahlgang auf 68 Prozent der Stimmen. Auf die Plätze 9-12 werden bis kurz nach Mitternacht die Kulturpolitikerin Helga Trüpel, der Biobauer Martin Häusling und der zweite Kandidat der Grünen Jugend, Jan Phillip Albrecht, gewählt.
Hanna Schumacher
Einige erklärende Worte zum grünen Wahlprocedere: Die ungeraden Plätze (also 1,3 usw.) sind ausschließlich für Frauen, Männer dürfen hier nicht kandidieren. Die geraden Plätze sind sogenannte offene Plätze, hier können Frauen und Männer kandidieren. Kandidat_innen, die im ersten Wahlgang über 10% der Stimmen erhalten haben, können in einen zweiten Wahlgang gehen. Viele Landesverbände und Parteigliederungen – wie zum Beispiel die Grüne Jugend – haben sogenannte Voten vergeben, unterstützen als bestimmte Kandidaturen. Die Landesverbände Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben gemeinsam Voten für Ska Keller, Elisabeth Schrödter, Reinhard Bütikhofer und Michael Cramer vergeben.
