Flughafen Tempelhof wird Geschichte

Danke an alle Neinstimmerinnen und Neinstimmer: In vielen Wahlkreisen im Neuköllner Norden Mehrheit für Schließung!

Der von der Initiative City-Airport Tempelhof (ICAT) initiierte und von CDU und FDP sowie der Springer-Presse unterstützte Volksentscheid "Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen" ist gescheitert. Beim gestrigen Volksentscheid verfehlten die Initiatoren das erforderliche Quorum von 610.000 Ja-Stimmen deutlich. Noch bei der Kampagnenpräsentation war die ICAT von 700–800.000 Ja-Stimmen ausgegangen. Von den Abstimmenden stimmten 60,2% für den Weiterbetrieb, 39,6% für die Schließung.

Dabei sind Schließungsbefürworter_innen und –gegner_innen in Berlin wie auch in Neukölln sehr ungleich verteilt. In den meisten Westbezirken stimmte eine deutliche Mehrheit mit Ja, in den Ostbezirken dagegen deutlich mit Nein. In Neukölln gab es im Norden, besonders in den direkt an den Flughafen angrenzenden Gebieten, viele Stimmbezirke mit einer Mehrheit an Nein-Stimmen. Insgesamt halten sich in den beiden Wahlkreisen im Neuköllner Norden (die im Wesentlichen innerhalb des S-Bahn-Ringes liegen) Befürworter_innen und Gegner_innen die Waage – ein für den Westteil der Stadt überdurchschnittliches Ergebnis. Dagegen stimmten in den nicht vom Fluglärm betroffenen Wahlkreisen im Süden Neuköllns über 80% für die Weiterbetrieb. Damit ist auch die Behauptung der ICAT widerlegt, in Flughafennähe gäbe es "mit die größte Zustimmung".

Wir begrüßen den Ausgang des Volksentscheides. Wir haben als Grüne eine sachliche und argumentative Auseinandersetzung geführt, während die Kampagne der ICAT gerade in den letzten Wochen jedes Maß verloren hatte. Wir fordern die Initiatoren und die CDU auf, das Votum der Berlinerinnen und Berliner zu akzeptieren. Damit kann in Tempelhof endlich Ruhe einkehren.