Kleine Anfrage (KA/036/XIX): Rückläuferinnen und Rückläufer im Schuljahr 2011/2012
Fragestellerin: Christians-Roshanai, Mahwareh
Eingang: 17. August 2012
Beantwortet: 10. September 2012
Rückläuferinnen und Rückläufer im Schuljahr 2011/2012
- Wie viele sogenannte Rückläuferinnen und Rückläufer vom Gymnasium gab es am Ende des Schuljahres 2011/2012 im Bezirk Neukölln?
- Wie viele Schülerinnen und Schüler haben die 7. Klassen der Gymnasien im Bezirk Neukölln schon während des Schuljahres 2011/2012 verlassen, um auf die Sekundarschule zu wechseln?
- Bitte schlüsseln Sie diese Zahlen jeweils bezüglich der verschiedenen Gymnasien und der verschiedenen Klassen in den Gymnasien auf. Benennen Sie dabei jeweils auch in Bezug auf die Gymnasien und die verschiedenen Parallelklassen den ndH-Anteil.
- Welche Grundschulen hatten diese Rückläuferinnen und Rückläufer/Schulabgängerinnen und Schulabgänger vorher jeweils besucht?
- Welche Unterstützungsmaßnahmen wurden von den verschiedenen Gymnasien im Laufe des Schuljahres 2011/2012 eingeführt, um speziell diejenigen Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, bei denen im Verlauf des Schuljahres bereits absehbar war, dass ihre Versetzung gefährdet sein wird.
- Wie haben die Gymnasien in der 7. Jahrgangsstufe des Schuljahres 2011/2012 den ndH-Anteil bestimmt.
- Haben die Zuckmayer und die Alfred-Nobel-Schule Klassen ausschließlich für Rückläuferinnen und Rückläufer eingerichtet oder sind sie in gemischte Klassen mit bereits im Jahr 2011/2012 die Schulen besuchenden Schülerinnen und Schüler eingeteilt worden?
- Benennen Sie bitte den ndH-Anteil in diesen Klassen, soweit reine Rückläuferklassen eingerichtet wurden. Wie hoch ist der ndH-Anteil an Schülerinnen und Schülern im Vergleich dazu in den anderen Parallelklassen in der Jahrgangsstufe 8 an der Zuckmayer-Sekundarschule und der Alfred-Nobel-Schule im Schuljahr 2012/2013?
Antwort des Bezirksamtes:
Sehr geehrte Frau Christians-Roshanai,
1. Wie viele sogenannte Rückläuferinnen und Rückläufer vom Gymnasium gab es am Ende des Schuljahres 2011/2012 im Bezirk Neukölln?
Insgesamt waren es 124 Schülerinnen und Schüler, die an den Neuköllner Gymnasien am Ende der Klassenstufe 7 nicht versetzt und an eine Integrierte Sekundarschule (ISS) vermittelt wurden.
2. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben die 7. Klassen der Gymnasien im Bezirk Neukölln schon während des Schuljahres 2011/2012 verlassen, um auf die Sekundarschule zu wechseln?
Während des Schuljahres 2011/2012 wechselten 11 Schülerinnen und Schüler von den Neuköllner Gymnasien zu den Integrierten Sekundarschulen.
3. Bitte schlüsseln Sie diese Zahlen jeweils bezüglich der verschiedenen Gymnasien und der verschiedenen Klassen in den Gymnasien auf. Benennen Sie dabei jeweils auch in Bezug auf die Gymnasien und die verschiedenen Parallelklassen den ndH- Anteil.
Eine Aufschlüsselung des Zahlenmaterials, geordnet nach den einzelnen Neuköllner Gymnasien, ist der tabellarischen Aufstellung zu entnehmen:
| Albrecht-Dürer-Schule | 7c | 7d | 7e | ||
| ndH-Anteil | 53% | 94% | 94% | Summe | |
| Probezeit nicht bestanden | 4 | 4 | 6 | 14 | |
| Albert-Einstein-Schule | 7a | 7b | 7c | 7d | |
| ndH-Anteil | 38% | 38% | 81% | 61% | |
| Probezeit nicht bestanden | 1 | 1 | 1 | 0 | |
| 7e | 7f | ||||
| ndH-Anteil | 85% | 97% | Summe | ||
| Probezeit nicht bestanden | 0 | 5 | 8 | ||
| Ernst-Abbe-Schule | 7a | 7b | 7c | 7d | |
| ndH-Anteil | 100% | 80% | 83% | 96% | |
| Probezeit nicht bestanden | 10 | 7 | 5 | 7 | |
| 7e | 7f | ||||
| ndH-Anteil | 100% | 93% | Summe | ||
| Probezeit nicht bestanden | 13 | 13 | 55 | ||
| Leonardo-da-Vinci-Schule | 7.1 | 7.2 | 7.3 | 7.4 | |
| ndH-Anteil | 29% | 13% | 49% | 38% | |
| Probezeit nicht bestanden | 3 | 5 | 4 | 4 | |
| 7.5 | 7.6 | 7.7 | 7.8 | ||
| ndH-Anteil | 63% | 63% | 56% | 42% | Summe |
| Probezeit nicht bestanden | 9 | 3 | 5 | 7 | 40 |
| Hannah-Arendt-Schule | 7a | 7b | 7c | 7d | |
| ndH-Anteil | 50% | 16% | 52% | 42% | |
| Probezeit nicht bestanden | 1 | 0 | 4 | 0 | |
| 7e | |||||
| ndH-Anteil | 31% | Summe | |||
| Probezeit nicht bestanden | 2 | 7 |
Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die die Probezeit nicht bestanden bzw. während des Schuljahres die Gymnasien verlassen haben: 124
4. Welche Grundschulen hatten diese Rückläuferinnen und Rückläufer/Schulabgängerinnen und Schulabgänger vorher jeweils besucht?
In der Beantwortung der Großen Anfrage – Chancengleiche Beschulung – vom 13.06.2012 (Drs.: 0275/XIX) nahm ich zu diesem Sachverhalt Stellung und führte aus, dass bei den Schülerinnen und Schülern, die die Probezeit am Gymnasium nicht bestanden haben, nur die Förderprognose statistisch erfasst wird, nicht jedoch die Herkunftsschule. Es ist daher nicht möglich, die Grundschulen zu benennen, aus denen „gehäuft“ Rückläufer kommen. Dies macht auch wenig Sinn, da ein statistisch relevanter Zusammenhang zwischen Herkunftsschule und Probezeitergebnis nicht nachweisbar ist. Ein etwaiger Misserfolg in der Probezeit kann von vielen, unterschiedlich stark wirkenden individuellen und sozialen Faktoren abhängen. Jede monokausale Zuordnung zu einer bestimmten Herkunftsschule wird dem komplexen Bedingungsgefüge für das Nichtbestehen des Probejahrs am Gymnasium nicht gerecht.
5. Welche Unterstützungsmaßnahmen wurden von den verschiedenen Gymnasien im Laufe des Schuljahres 2011/2012 eingeführt, um speziell diejenigen Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, bei denen im Verlauf des Schuljahres bereits absehbar war, dass ihre Versetzung gefährdet sein wird.
Die Neuköllner Gymnasien unternahmen vielfache pädagogische Bemühungen der Förderung, wie etwa Hausaufgabenunterstützung, Teilungsunterricht in den Kernfächern und Lernförderung nach dem Bildungs- und Teilhabepaket. Darüber hinaus bot das schulpsychologische Beratungszentrum den betroffenen Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrkräften pädagogische Hilfestellungen an. Weitere flankierende Maßnahmen bestanden darin, dass an allen Neuköllner Gymnasien regelmäßige Eltern- und Schülergespräche sowie Sprachförderkurse angeboten wurden.
6. Wie haben die Gymnasien in der 7. Jahrgangsstufe des Schuljahres 2011/2012 den ndH-Anteil bestimmt?
Die Zuordnung der Schülerinnen und Schüler als Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache (ndH) erfolgte fast ausschließlich bei den Anmeldegesprächen mit den Erziehungsberechtigten und den Schülern, in denen die Muttersprache erfragt wurde.
7. Haben die Zuckmayer- und die Alfred-Nobel-Schule Klassen ausschließlich für Rückläuferinnen und Rückläufer eingerichtet oder sind sie in gemischte Klassen mit bereits im Jahr 2011/2012 die Schulen besuchenden Schülerinnen und Schüler eingeteilt worden?
An der Alfred-Nobel-Schule wurden zwei Rückläuferklassen eingerichtet. Die Zuckmayer-Schule richtete zwei zusätzliche Klassen ein, die sich aus den bisherigen und neu hinzugekommenen Schülerinnen und Schülern rekrutierten.
8. Benennen Sie bitte den ndH-Anteil in diesen Klassen, soweit reine Rückläuferklassen eingerichtet wurden. Wie hoch ist der ndH-Anteil an Schülerinnen und Schülern im Vergleich dazu in den anderen Parallelklassen in der Jahrgangsstufe 8 an der Zuckmayer-Sekundarschule und der Alfred-Nobel-Schule im Schuljahr 2012/2013?
Der ndH-Anteil in den Rückläuferklassen an der Alfred-Nobel-Schule beträgt 78 und 86%. In den bisherigen Klassen beträgt der Anteil 70, 80, 84, 91 und 100% (Europa-Klasse).
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Giffey
Bezirksstadträtin
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