Kundgebung zum Jahrestag der Befreiung Neuköllns
Dienstag 28.04.2009 um 18 Uhr am Vorplatz des Rathaus Neukölln
Vor 64 Jahren, am 28. April 1945, wurde Neukölln von der Roten Armee befreit. Mit der Befreiung ging in Neukölln die Nazi-Herrschaft zu Ende. Der 28. April 1945 markierte in Neukölln das Ende der von 1933 bis 1945 andauernden Barbarei in Deutschland, die die industrielle Vernichtung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden und die Überziehung Europas mit einem beispiellosen Angriffs- und Vernichtungskrieg mit sich brachte.
Auch in Neukölln waren Jüdinnen und Juden, politische Gegnerinnen und Gegner, Homosexuelle und alle anderen Menschen, die nicht in das menschenverachtende Weltbild der Nazis passten, von rücksichtsloser und systematischer Verfolgung betroffen. So existierte zwischen 1933 und 1936 am Columbiadamm mit dem KZ Columbia-Haus das einzige eigenständige Konzentrationslager in Berlin. Der 28. April war für die noch in Neukölln lebenden NS-Opfer der Tag, an dem sie von ihrem Leid und der ständigen Bedrohung von Verfolgung und Deportation befreit wurden.
Faschistische, rassistische und antisemitische Einstellungen gehören in Neukölln auch 64 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus immer noch nicht der Vergangenheit an.
Besonders im Süden Neuköllns hat sich in den letzten Jahren eine in ihrer Aggressivität und Gefährlichkeit nicht zu unterschätzende Neonaziszene etabliert. In ihrem Vorgehen demonstrieren die Neonazis immer wieder die ungebrochene Kontinuität von menschenverachtenden Denkmustern in ihrer Ideologie. Dabei gehen sie immer wieder mit Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten sowie tatsächliche oder vermeintliche politische Gegnerinnen und Gegner vor. Zuletzt verübten Rudower Neonazis im März und April letzten Jahres Brandanschläge auf die Häuser von zwei Familien nichtdeutscher Herkunft und nahmen dabei ihren Tod billigend in Kauf.
Doch die Aktivitäten von Neonazis in Neukölln beschränken sich nicht nur auf die Straßen. Seit September 2006 ist die NPD auch mit zwei Abgeordneten in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung vertreten. Durch ihre parlamentarische Präsenz versuchen sie ihrer rassistischen Propaganda einen seriösen Anstrich zu geben.
Dass die NPD dabei in der Tradition des Nationalsozialismus steht, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder durch öffentliche Veranstaltung am Jahrestag der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai offensichtlich. So führte sie in Neukölln 2007 und 2008 jeweils eine Veranstaltung durch, in der offen geschichtsrevisionistische Hetze verbreitet wurde. So lautete etwa das Motto einer der NS-verherrlichenden Veranstaltungen unverhohlen „Gestern eine Niederlage, heute eine Chance, morgen ein Sieg“. Es steht zu befürchten, dass die NPD auch dieses Jahr wieder den 8. Mai nutzen wird, um zu versuchen ihre widerliche Propaganda nach Neukölln zu tragen.
Diesen Entwicklungen muss mit aller Entschiedenheit entgegen getreten werden.
Unser Dank gilt den alliierten Befreierinnen und Befreiern, unser Widerstand muss heute und in Zukunft den alten und neuen Nazis gelten – in Neukölln und überall!
Kein Fußbreit dem Faschismus!!!
Deshalb kommt am 28.04.2009 um 18 Uhr zur antifaschistischen Kundgebung des ABN am Vorplatz des Rathaus Neukölln!
Antifaschistisches Bündnis Neukölln [ABN]
